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Geschichte und Funde | Drucken |

Die Stadt Gudensberg liegt im nordöstlichen Teil des Schwalm-Eder-Kreises am Nordhang des Schlossberges. Schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit – so beweisen Bodenfunde – war der Raum in der unmittelbaren Umgebung des Ortes besiedelt. Die älteste Urkunde, in der Gudensberg erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1121 und berichtet über einen Giso IV., "Graf von Udenesberc". Aus dieser, wie auch anderen mittelalterlichen Bezeichnungen der Stadt, lässt sich der Name Wotansberg ableiten, ein Hinweis, dass in der Vorzeit auf dem Schlossberg der höchste germanische Gott verehrt worden sein dürfte. Im Mittelalter wurde auf dem Berg die Obernburg gebaut, die Sitz der hessischen Gaugrafen war. Von hier aus wurde damals der Hessengau verwaltet.


Gudensberg, wie es der Kupferstecher Matthäus Merian im 17. Jahrhundert sah.

 

Von 1122 bis 1247 war Gudensberg im Besitz der thüringischen Landgrafen. In dieser Zeit ist, wenn nicht die Gründung, so doch das Aufblühen des Ortes anzusetzen. Die erste Ummauerung Gudensbergs (1170 bis 1180) und die Erwähnung als Stadt (1254) mit Bestehen einer städtischen Verfassung zu Beginn des 13. Jahrhunderts kennzeichnen diese Entwicklung. Nach Aussterben der thüringischen Landgrafen fiel Gudensberg an Hessen zurück. Das politische Zentrum und der Verwaltungsmittelpunkt verschoben sich nach Kassel. In den zahlreichen Fehden zwischen dem Erzstift Mainz und der Landgrafschaft Hessen blieb Gudensberg einer der Hauptstützpunkte Hessens. Hierdurch hatte die Stadt stark zu leiden, da sie 1387 – bis auf die Obernburg – eingenommen und eingeäschert wurde. Auch in späteren Jahrhunderten blieb sie vor Zerstörung durch Brand nicht verschont, so 1587 durch Unachtsamkeit und 1640 während des 30-jährigen Krieges durch Brandstiftung kaiserlicher Truppen. Im 7-jährigen Krieg (1761) wurde die noch zum Teil erhaltene Obernburg durch Beschuss in Mitleidenschaft gezogen.

Von den mittelalterlichen Gebäuden und der Stadtbefestigung ist durch die erwähnten Ereignisse wenig erhalten geblieben. Dennoch gibt es auch heute in Gudensberg viele traditionsreiche und historisch bedeutsame Bauten, die das Stadtbild prägen. Die Neuzeit brachte dem Landstädtchen verschiedene Reformen. Während die wirtschaftliche Struktur noch bis 1900 überwiegend von bäuerlicher und handwerklicher Tradition bestimmt war, setzte mit der Industrialisierung des Kasseler Raumes eine Wandlung ein, die vor Gudensberg nicht halt machte. Ab 1968 wurde die Stadtsanierung begonnen, mit dem Ziel, die erhaltenswerten Gebäude und Straßenzüge zu restaurieren und damit die Wohn- und Lebensverhältnisse der Bevölkerung wesentlich zu verbessern.

Jungsteinzeitliche Siedlung

2007 wurde bei der Erschließung eines Neubaugebiets eine jungsteinzeitliche Siedlung am Fuße des Schlossbergs in der Gemarkung Maden entdeckt. Die Menschen dieser Epoche töpferten Keramik, verzierten Gefäße mit geschlängelten Mustern und mahlten Getreide per Hand zwischen schweren Steinen. Auf fruchtbaren und geschütztem Boden unterhalb des Gudensberger Schlossbergs Richtung Maden bauten die Menschen der Jungsteinzeit vor rund 7.000 Jahren ihre Häuser, bis zu 50 Meter lang, aus Lehm und geflochtenen Zweigen. In Anlehnung an die Töpfer-Kunst nennt man ihre Kultur heute Bandkeramik.



Ein sogenanntes Langhaus.

 

Am Fuße des Gudensberger Berges stieß man 2007 auf entsprechende Funde – bei Voruntersuchungen für ein geplantes Neubaugebiet. Unter anderem sechs Skelette, darunter das eines Kindes, bestattet in Hockstellung, Keramikscherben und Werkzeuge förderten Archäologen in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege zutage. Die Ergebnisse der Forschungen bestaunten tausende Besucher bei einem Tag der offenen Grabung.


Offensichtlich fühlten sich die Menschen in Gudensberg schon in der Jungsteinzeit wohl. Denn: Über einen Zeitraum von 6.000 Jahren errichteten sie ihre so genannten Langhäuser auf dem Areal. Funde weisen sogar darauf hin, dass in Gudensberg eine Art bedeutendes Handelszentrum existiert haben könnte. Das Gelände ist geschichtsträchtig. Sophie von Brabant ließ dort einst ihren vierjährigen Sohn Heinrich über das Gebiet zum ersten Hessischen Gaugrafen wählen, weshalb Gudensberg durchaus als die Wiege Hessens gelten kann. Die Mader Heide, sehr wahrscheinlich identisch mit dem von Tacitus erwähnten Mattium, war ein chattischer Kultplatz, karolingischer Versammlungsplatz und bis ins Mittelalter ein Thingplatz sowie Versammlungsort der hessischen Landstände.

Die jungsteinzeitlichen Funde aus diesem Gebiet präsentierte die Stadt Gudensberg mit großem Erfolg unter anderem auch auf der Kasseler Herbstmesse 2007. Zu Gast am Gudensberger Stand war unter anderen Ingolf Schuster, der als SWR-Protagonist für die Fernsehsendung „Steinzeit – das Experiment“ wie einst Ötzi zu Fuß die Alpen überquerte. Er stand Besuchern Rede und Antwort, hatte sogar die Original-Filmkleidung mit im Gepäck.

 

Sie möchten mehr über die Geschichte von Gudensberg erfahren? Wir empfehlen das Buch "Gesichter einer Stadt", das hier kostenlos online angeschaut und heruntergeladen werden kann.

 

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